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8. Wie zeigt sich die Armut bei Kindern und Jugendlichen?
Viele Frauen und Kinder leben unter den selben schwierigen Lebensbedingungen, wie die armen Bewohner ländlicher Familien. Aber diese Gruppe weist auch ganz spezifische Armutsmerkmale auf.

Bildung ist eine Voraussetzung für die Teilnahme am wirtschaftlichen Leben. Die Anzahl von Kindern mit Grundschulausbildung ist in Vietnam ausgesprochen hoch, die Anzahl derer, die eine Mittelschule oder Oberschule besuchen können - gerade in den ländlichen Gebieten - aber besonders niedrig.

Ursache sind meist lange Schulwege und die hohen Schulgebühren und allgemeinen Schulbegleitkosten (Uniform, Schuhe, Schreibmaterial, Bücher). Frühe Schulabbrecher haben kaum die wichtigsten Dinge für ihr Leben und Überleben gelernt und ihre Produktivitätsfähigkeiten sind gering.

Sowohl die körperliche als auch geistige Isolation kann sich schädlich auf die Gesundheit auswirken. Die Kindersterblichkeitsrate ist in Vietnam im Durchschnitt vergleichsweise zu typischen Entwicklungsländern niedrig, jedoch in den entlegenen Regionen, absolut gesehen, sehr hoch.

Die Gesundheitsversorgung ist, abgesehen von der Impfvorsorge, gerade im ländlichen Raum für Frauen und Kinder unzureichend.

Vietnam kann in den letzten Jahren, dank einer intensiven Geburtenkontrollkampagne rückläufige Zahlen bei der Geburtenrate aufweisen. Aber auch diese Zahlen sind uneinheitlich verteilt. Während in den Städten sich immer mehr die Zwei-Kinder-Familie durchsetzt, gilt dies für den ländlichen Raum nicht. Die Geburtenrate ist bei armen Bevölkerungsschichten und bei Familien mit niedrigem Bildungsstand ausgesprochen hoch. Das Wissen um Empfängnisverhütung ist ausreichend, aber die Akzeptanz gering.

Für ländliche Familien bedeutet es, viele Kinder zu haben, nach wie vor Reichtum, Sicherung der ländlichen Produktion und Absicherung der Eltern im hohen Alter, aber auch Fortbestand und Absicherung der eigenen Familie und Großfamilie.

Ein Hauptproblem für Frauen und Kinder ist die schlechte (unausgewogene) Ernährung mit Mangelerscheinungen, wie z.B. Eisenmangel. Dauerhafte Mangelernährung gefährden in Zeiten der Schwangerschaft sowohl die Gesundheit der Mutter als auch der Neugeborenen. Neugeburten sind häufig zu untergewichtig. Für Kinder stellt sich immer wieder das Problem unzureichender und schlechter Ernährung und das Auftreten von spezifischen Krankheiten und Seuchen (Darminfektionen, Tuberkolose usw.). Letztere Gefahren verschärfen sich mit zunehmend schlechten sanitären Bedingungen und bei Verwendung von Trinkwasser mit schlechter mikrobiologischer Qualität.
 
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