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Unterstützung eines Waisenheimes für Kinder ethnischer Minderheiten, Mae Kha Djan
Mae Kha Dajan ist ein kleines Dorf mit etwa 3.000 Einwohnern, direkt an der ausgebauten Verbindungsstrasse nach Chiang Mai. Chiang Rai erreicht man in nördliche Richtung. Es gibt in Mae Kha Djan keine Industrie und dadurch auch keine Arbeitsplätze, weder im industriellen Bereich noch im Dienstleistungssektor.

Die Einwohner leben überwiegend von der Subsistenzwirtschaft, von dem, was sie selbst auf ihren kleinen landwirtschaftlichen Flächen anbauen bzw. durch Tauschgeschäfte auf den lokalen Märkten verdienen können.
Hauptsächlich aber leben sie vom Reisanbau für den Eigenbedarf und von dem, was Wald und Flur an Nahrung bieten können. Wohl der größte Teil von ihnen lebt deutlich unter der offiziellen Armutsgrenze, hat keine nennenswerten regelmäßigen Einkommen.

In den Dörfern dieser Region haben sich über die Jahrhunderte im Zuge von Migrationsbewegungen verschiedene ethnische Minderheiten angesiedelt.
In Mae Kha Djan leben vor allem Angehörige der Yang, die dem Stamm der Karen zugerechnet werden. Die Yang sind besonders arm. Sie sind burmesischer Herkunft und sprechen eine mit Burmesisch verwandte Sprache.
In Nordthailand gelten die Yang als Ausländer bzw. Randgruppe.
Sie werden von den Thais zur gesellschaftlich untersten Schicht gerechnet und trotz ihrer langen Anwesenheit als unliebsame Gäste behandelt.

Für die Flüchtlings- und Migrantenfamilien der Yang und Karen ist das Leben besonders hart. Die Kinder besitzen meist keine Geburtsurkunde, ohne die eine Einschulung kaum möglich ist. Die Familien haben fast nie die Mittel ihre Kinder zur Schule schicken zu können.
Außerdem sind die Schulen weit von den Siedlungen der Karen entfernt und Transportmittel können kaum bezahlt werden. Es sollte hier auch erwähnt werden, dass mehrere verschiedene Schuluniformen Pflicht sind und dass bei einem Schulbesuch erhebliche Mittel für Kleidung, Uniform, Transport, Papier und didaktisches Material aufgebracht werden müssen, was vielen den Schulbesuch auch unter größten Anstrengungen nur sehr eingeschränkt oder gar nicht möglich macht.

Hinzu kommen die schwierigen klimatischen Verhältnisse:
Die Winter sind sehr kühl bis kalt, nachts auch bis 0°C, die Sommer sehr warm und trocken. Während der Regenzeit führen die starken Niederschläge zu Überflutungen der Felder und Siedlungen, viele Wege und Verbindungsstrassen sind dann häufig nicht mehr passierbar.
Während der Sommerzeit ist die Gegend sehr wasserarm, was nur noch eine Reisernte pro Jahr möglich macht und den Anbau weiterer Nahrungsmittel während dieser Zeit sehr einschränkt.

Das kleine Waiseninternat in Mae Kha Djan ist auf eine Privatinitiative des Ehepaares Lawan zurückzuführen, die aus Lampung stammen. Als sie feststellten, dass viele bettelnde Kinder burmesische Flüchtlingskinder sind, die aus dem umkämpften Gebiet entlang der burmesischen Grenze geflüchtet und nun ohne Familie und ohne Bleibe allein auf sich gestellt waren, entschloss sich das Ehepaar Lawan, ein Waiseninternat zu errichten, in welchem die Kinder wohnen und schlafen und ein neues Zuhause finden sollten.

In liebevoller Arbeit baute das Ehepaar Lawang das Waiseninternat auf. Heute leben 60 Kinder ethnischer Minderheiten im Alter von 8 bis 22 Jahren (davon etwa 2/3 Mädchen) in dem neuen Waisenheim. Die Kinder haben kaum Spielzeug oder Material, aber sie haben nun endlich ein Zuhause und sie demonstrierten uns bei unserem Besuch, dass sie wirklich glücklich sind.

Kinder und Jugendliche leben zusammen mit zwei Sozialarbeiterinnen und zwei Volontärinnen. Ein Psychologe und Arzt besucht die Kinder zweimal pro Woche. Zwei Betreuerinnen sprechen neben Thai auch die Sprache der Karen. Für die Kinder ist es wichtig, dass sie ihre Sorgen und Probleme in ihrer Muttersprache ausdrücken können.

Im Haus gibt es natürlich einige Regeln, welche die Kinder und Jugendlichen einhalten müssen.
Alle beteiligen sich eifrig an der täglichen Essenszubereitung, aber auch putzen und das in Ordnung halten der Zimmer wird gemeinschaftlich erledigt.

Als wir das Waisenheim besuchten, bemerkten wir, mit welcher Liebe und Fürsorge, die Kinder betreut wurden. Die Einrichtung war schlicht und einfach, hinterließ aber dennoch einen sehr sympathischen Eindruck.

Problematisch waren die sanitären Verhältnisse im Haus. Der Vorstand von Projekthilfe Vietnam entschloss sich daher spontan zu helfen, um die sanitären Anlagen zu erneuern bzw. zu erweitern, damit Mädchen und Jungen auch getrennte Wasch- und Toilettenbereiche erhielten.

Folgende Maßnahmen konnten mit den Fördermitteln von Projekthilfe Vietnam durchgeführt werden:

Bau einer neuen Wascheinrichtung (für die Jungen)
Schaffung eines neuen kleinen Gebäudes mit Wasserzuleitung, 10 Wasserhähnen, Waschbecken und Betonboden, sowie Abwasserregulierung.
Errichtung 10 neuer Toiletten, Anschluss an das öffentliche Abwassernetz.
Der Wasch- und Toilettenraum wurde auf ordentlichem Betonfundament errichtet, die Wasserleitungen und Abwasserleitungen ordentlich installiert.

Sanierung und Erweiterung der sanitären Anlagen (Mädchenbereich)
Umbau der sanitären Anlagen im bestehenden Waschraum des Gebäudes für die Mädchen.
10 Waschplätze mit Waschbecken, Abwasserregulierung, Erneuerung der Ableitung.
Sanierung der Toiletten und Erweiterung um 5 neue Toiletten.

Verbesserung der Kochstelle
Bei unserem Besuch gab es nur eine sehr einfache unhygienische und unzureichend ausgestattete Kochstelle auf der noch mit Holz gefeuert wurde. Diese konnte nun dank der Fördermittel mit Kachelung von Boden und Wand und der Waschbecken, Erneuerung der Zuwasser- und Abwasserleitungen, sowie durch die Anschaffung von drei Gaskochern nebst Gastank, einem Schrank und Ablagen für die Kochutensilien und weiteren Kochgeräten entscheidend verbessert werden.

Mehrzweckraumes für kreatives Arbeiten
Es wurde ein Mehrzweckraume für gemeinsame Veranstaltungen wie Singen und Feiern, Musizieren, Lesen und Basteln und sonstige Aktivitäten eingerichtet. Mae Kha Djan und das Ehepaar Lawan bedanken sich bei Projekthilfe Vietnam ganz herzlich für die wichtige und wertvolle Unterstützung.
 
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