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Ernährungsprogramm durch Eigenherstellung von Sojamilch und Sojaprodukten, Con En, Vietnam
Mit dem „Sojamilch-Projekt“ startete Projekthilfe Vietnam ein weiteres Projekt auf der kleinen Insel Con En. In Zusammenarbeit mit dem lokalen Träger, der katholischen Franziskaner Pfarrei auf Con En, setzten wir damit die Arbeit auf der Insel fort. Erklärtes Ziel von Projekthilfe Vietnam ist es, durch eine größere Breitenwirksamkeit mittel- und langfristig die Lebenssituation der Inselbewohner zu verbessern.
Das Projekt „Sojamilch“ verfolgte das Ziel, der schlechten Ernährungssituation, insbesondere bei Kleinkindern (unter fünf Jahre), entgegen zu wirken. Etwa 43% der Kinder dieser Altersgruppe sind unterernährt.

Die Einkommen auf der Insel sind weit niedriger als auf dem ebenfalls äußerst armen und infrastrukturschwachen Festland. Selbst erzeugte Nahrungsmittel auf Con En sind - vom ernährungsphysiologischen Standpunkt her - hinsichtlich Vitamin-, Eiweiß- und Mineraliengehalt als „unausgewogen und einseitig“ zu bezeichnen.
Vitaminreiche und wichtige Nahrungsmittel müssen vom Festland her in Form von Obst und Gemüse oder durch Nahrungsergänzungsmittel zugekauft werden, da die Insel nicht genügend Anbaufläche bietet.

Auch die von staatlicher Seite genehmigte Errichtung einer kleinen Gesundheits- und Ernährungsberatungsstelle konnte die gesundheitliche Situation auf der Insel nicht durchgreifend verbessern. Die tägliche Bereitstellung von Hafersuppe und einfacher Kindernahrung für die unter Fünfjährigen haben bisher noch nicht ausgereicht, um die Mangelernährung nachhaltig zu bekämpfen.

Mit dem vorliegenden Projekt konnte Projekthilfe Vietnam ein Programm unterstützen, welches vom Kindergarten aus gestartet wurde. Schwerpunkt bildete dabei die Produktion und Bereitstellung von Sojamilch, eine Methode, die sich in anderen Landesteilen erfolgreich bewährt hat.

Aus ernährungstechnischen wie wirtschaftlichen Gründen stellt das Soja-Lecithin eine hervorragende Alternative zur Verbesserung der teilweise gravierend kritischen Gesundheitszustände der Kleinkinder und Säuglinge dar. Erklärtes Ziel des Ernährungsprogramms war es, die Rate der Kinder mit Unterernährung von 43% auf 25% zu reduzieren.

Etwa 300 Kinder profitieren heute von den Maßnahmen des Projektes. Die Kinder erhalten dreimal pro Woche im Dispensarium oder in der Beratungsstelle des Kindergartens, der sich mittlerweile erfolgreich als Anlaufstelle für Mütter mit Säuglingen und kleinen Kindern etabliert hat, das fertige Sojagetränk.

Projekthilfe Vietnam finanzierte im Rahmen dieses Projektes die für die Herstellung erforderliche Ausrüstung wie Mahlwerk, Gaskocher und Kochtöpfe und Geschirr sowie den Kauf eines Jahresvorrates von Sojabohnen und anderen Ingredienzen. Ferner übernahm Projekthilfe Vietnam die Finanzierung der Löhne für ein Jahr während der Anfangsphase des Projektes.

Heute wird erfreulicherweise ein Teil der laufenden Betriebskosten von der Gemeindeverwaltung Cho Moi sowie von der katholischen Kirche übernommen.

Auch mit diesem Vorhaben, blieb Projekthilfe Vietnam seiner Philosophie treu, Anschubhilfe im Sinne der „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu leisten.
Für die weitere Fortsetzung und den laufenden Betrieb ist die Gemeinde auf Con En selbst verantwortlich.

Pfarrer Hai und seine katholischen Gemeindemitglieder nehmen diese Verantwortung auch heute noch, drei Jahre nach Projektbeginn, sehr ernst. Die Produktion von Sojamilch sowie weiteren Sojaprodukten, besonders für Familien mit Kleinkindern, bildet eine wichtige Ecksäule für die Ernährungssicherung und gesundheitlich Fürsorge.
 
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