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Rehabilitation und Reintegration kambodschanischer Straßenkinder aus thailändischen Gefängnissen
In Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Stiftung Goutte D’Eau konnte Projekthilfe Vietnam 2001 ein umfangreiches Reintegrationsprogramm für Straßenkinder und missbrauchte kambodschanische Kinder unterstützen. Kambodschanische Kinder wurden systematisch durch Schlepperbanden und Kinderhändler aus Kambodscha nach Thailand verkauft und verschoben.

In Thailand gerieten die Kinder in sklavenähnliche Abhängigkeiten und verrichteten Dienste für reiche Privatpersonen oder sie wurden durch thailändische Menschenhändlerringe direkt in Bordelle nach Bangkok verkauft. Häufig wurden die Kinder sogar unter Einwilligung ihrer Eltern für ein paar Dollar abgegeben, denn die Familien waren kinderreich und völlig verarmt.
Den Eltern der Kinder wurde gesagt, die Kinder erhielten eine Ausbildung oder würden an seriöse Adoptiveltern nach Thailand vermittelt. Viele Kinder wurden in den Städten Kambodschas auch direkt auf der Straße angesprochen und mit dem Versprechenauf Arbeit nach Thailand gelockt.

In der Fremde entflohen die Kinder häufig aus ihrer Knechtschaft ähnlichen Gefangenschaft und landeten früher oder später auf den Straßen Bangkoks. Aus eigenen Kräften schafften es die Kinder aber fast nie wieder nach Kambodscha zurückzukehren, und so wurden sie irgendwann von der thailändischen Polizei aufgegriffen und in Gefängnisse eingesperrt.

Das Drama der kambodschanischen Kinder auf den Straßen Thailands und in den thailändischen Gefängnissen wurde seinerzeit in der Süddeutschen Zeitung durch die Stiftung Goutte d’Eau publik gemacht. Projekthilfe Vietnam kooperierte im Rahmen des Projektes mit Goutte d’Eau und fungierte als deutscher Partner.
Aufgrund der ausführlichen Presseberichterstattung, konnte Projekthilfe Vietnam eine beträchtliche Summe an Spendengeldern für das Vorhaben sammeln und an Goutte d’Eau nach Kambodscha weiterleiten.
Das Programm wurde vor Ort von Goutte d’Eau Mitarbeitern und lokalen Partnern sowie in enger Abstimmung mit den Behörden und Ministerien Kambodschas und auch Thailands durchgeführt.

In Poipet, einer Grenzstadt zu Thailand, wurden Unterbringungsmöglichkeiten und ein Rehabilitationszentrum für die zurückgekehrten Kinder geschaffen. Für viele Kinder war der Grenzort Poipet aber zu gefährlich, und so wurde mit den Fördermitteln auch in Battambang und Neak Loeung ein Betreuungszentrum errichtet, in welchem die Kinder medizinisch und psychologisch betreut und mit Nahrungsmitteln und sonstigen Lebenswichtigen Dingen versorgt werden konnten.

Im Jahr 2002 wurde das Zentrum in Neak Loeung durch den Aufbau kleiner Werkstätten erweitert, um den jugendlichen Jungen und Mädchen einfache Ausbildungskurse in Nähen, Kunsthandwerk, Mechanik und Metallverarbeitung, Schlosserei und Bauen anbieten zu können.

Eigentliches Ziel der von Projekthilfe Vietnam unterstützen Aktivitäten war es, die Migration von Vietnam und Phnom Penh aus in Richtung zur thailändischen Grenze durch Schaffung von sinnvollen Alternativen wie Schule, Ausbildung und Arbeit einzudämmen, damit sie erst gar nicht von Menschenhändlern nach Thailand gelockt würden.

Heute, vier Jahre nach Beginn des Projektes bestehen die Einrichtungen an allen Standorten (Battambang, Poipet und Neak Loeung) weiter fort und konnten sogar baulich erweitert werden. Leider besteht das Problem der Verschleppung kambodschanischer Kinder nach Thailand noch immer. Wenngleich Regierungen, Institutionen und NGOs auf beiden Seiten zusammenarbeiten und sich abstimmen, treiben die Menschenhändler nach wie vor auf beiden Seiten ihre Machenschaften.

Doch das von Projekthilfe Vietnam unterstütze und von Goutte d’Eau vor Ort initiierte Projekt hat immerhin mehr als 300 Kindern, sozusagen das Leben gerettet - Kinder die wieder zurück in ihre Familien oder doch zumindest wieder zurück in ihre Heimat reintegriert und für die eine neue Lebensperspektive geschaffen werden konnte. Ein erfreuliches Resultat!
 
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